Schwierigen Zeiten begegnen

Aktualisiert: 4. Jan.



In jedem Leben gibt es Krisen. Manche kommen und spornen uns an, die Situation zu verändern, in die Tat zu kommen. So etwas ist z.B. das schlechte Zeugnis deines Kindes kurz vor den Abschlussprüfungen oder die Beziehung zu deinem neuen Chef, mit dem du gar nicht klar kommst. Andere Krisen sind so groß, dass du dich von ihnen überwältigt und wie paralysiert fühlst. Das sind tiefe Krisen, die ein Leben völlig aus der Bahn werfen. Auch das kennst du bestimmt. Wirst du zum Beispiel unerwartet von deinem Partner verlassen oder stirbt vielleicht sogar ein naher Angehöriger, dann ist das niederschmetternd und du fühlst nur noch Ohnmacht. Da, wo eben noch Sicherheit und Normalität war, ist plötzlich nichts, und du hast das Gefühl, dass dir der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Solchen tiefen Krisen können wir nicht mit Aktionismus begegnen. Wir fühlen uns schwach, verletzt, ja, in jeglicher Hinsicht schwer verwundet. Da geht es darum, den nächsten Tag zu überstehen, den Kindern trotz allem irgendeine Art von Halt zu bieten, irgendwie zu funktionieren. Vor ein paar Tagen fiel mir wieder einmal das Gedicht der russischen Autorin Elena Mikhalkova in die virtuellen Hände. Es beschreibt wirklich wunderbar und so tröstend, wie du es schaffen kannst, in schweren Zeiten weiterzumachen. Lies selbst:

Raum der uralten Schlüssel ~ Elena Mikhalkova

Großmutter gab mir einmal einen Tipp:

Wenn die Zeiten schwierig sind,

mache kleine Schritte.

Tu, was zu tun ist, aber gehe langsam.

Denke nicht über die Zukunft nach,

noch nicht einmal darüber, was wohl morgen passiert.

Mache den Abwasch.

Wische Staub.

Schreibe einen Brief.

Koche eine Suppe.

Verstehst du?

Du bewegst dich vorwärts – Schritt für Schritt.

Mache einen Schritt und halte an.

Ruhe dich aus.

Lobe dich selbst.

Dann mache einen weiteren Schritt.

Dann noch einen.

Du wirst es gar nicht bemerken, aber deine Schritte werden immer größer werden.

Und die Zeit wird kommen,

wenn du an die Zukunft denken kannst ohne zu weinen.

Guten Morgen.

(inoffizielle Übersetzung aus dem Englischen von Maja. Quelle: https://sharonvtlibrary.com/2020/04/10/the-little-things/ )

In jedem Leben gibt es Krisen, und manche sind so groß, dass du dich von ihnen überwältigt und paralysiert fühlst. Wie gehst du mit schwierigen Zeiten um? Ich freue mich sehr über deinen Kommentar.


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